Auswärtssieg in Pirmasens: Gras gefressen und drei Punkte im Gepäck

Der KSV bot ein wahrlich kurzweiliges Spiel am Samstag auf der Pirmasenser Husterhöhe.  Da war zunächst der humorlose Dropkick von Sascha Korb, der das 1:0  bescherte. Der ehemalige Offenbacher spielte eine hervorragende Partie und machte meist über die linke Außenbahn ordentlich Dampf. Kurz danach kam es in der 22. Minute zu einer von vielen fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen als der Ball an an die Brust, bestenfalls an den angelegten Arm von Mounir Boukhoutta sprang: Elfmeter und Ausgleich durch  Benjamin Auer. Niklas Hartmann im Kasten der Löwen war in der richtigen Ecke, der Schuss allerdings zu platziert. Die Löwen zeigten sich davon zum Glück völlig unbeeindruckt. Marco Dawid und Lucas Albrecht hatten noch im ersten Spielabschnitt die Führung für die Löwen durch sehr gute Chancen auf dem Fuß: Während Dawid die Murmel bereits schön am FKP-Keeper Kläs vorbeigelegt hatte und ein Abwehrspieler in allerhöchster Not auf der Linie klären musste, scheiterte der Neuzugang aus Neustrelitz wiederum aus kurzer Distanz am Schlussmann der Schuhstädter.

Während Niklas Hartmann in den ersten 45 Minuten noch dazu gezwungen war ein ums andere Mal den Rückstand durch tolle Aktionen zu verhindern, kombinierte sich der FKP in der zweiten Halbzeit zwar immer wieder bis zur Kasseler Strafraumgrenze, ohne aber gefährlich zum Torabschluss zu kommen. Das lag vor allem an bissigen Löwen, die über die komplette Spielzeit hinweg schon in der gegnerischen Hälfte entschlossen den ballführenden Spieler angingen, die Räume eng machten und auffallend häufig die Grätsche auspackten. Der Führungstreffer durch Lucas Albrecht in der 60. Minute war folgerichtig und verdient. Evljuskin wurde im Strafraum hervorragend freigespielt und suchte den Abschluss (war auch nicht immer so). Der FKP-Schlussmann konnte den Ball nur nach vorn abklatschen lassen, wo Albrecht stand und eiskalt abstaubte. Der erste Ligatreffer im ersten Spiel für den Neuzugang – Grund genug zum Feiern und Albrecht tat dies auch mit den Fans am Zaun. Der Schiri erwies sich als Spaßbremse und zeigte dafür Gelb.

Was nach dem erneuten Führungstreffer allerdings geschah überraschte und begeisterte den mitgereisten Anhang: Der KSV schaltete nicht etwa in den gewohnten Minkschen Verwaltungsfußball um. Gerade die jungen Löwen schienen Blut geleckt zu haben. Künzel scheiterte freistehend vor FKP-Keeper Kläs mit einem Pfostenschuss. Dann schoss Khadraoui aus der Distanz knapp drüber. Der agile Najjer hatte daraufhin im eins gegen eins alleine vor dem Tor das Nachsehen. Kurz danach zirkelt er sogar einen mustergültigen Freistoß an die Latte. Dem ging jeweils der ein oder andere sehenswerte Spielzug voran, was einerseits Freude machte, anderseits aber schmerzte: Denn der KSV hätte im Verlauf der zweiten Hälfte deutlicher führen müssen!

Dass die Cramer-Elf nicht für ihre fahrlässiger Chancenauswertung bestraft wurde, lag vor allem an ihrem engagierten Auftreten. Alle Löwen demonstrierten uneingeschränkt Siegeswillen. Eine symbolträchtige Szene des Spiels vollzog sich deshalb in der 80. Minute, als sich die Auswechselbank der Löwen nahezu komplett erhob. Jeder fieberte am Spielfeldrand dem Abpfiff und den verdienten drei Punkten entgegen. Umso entfesselter freute sich der mitgereiste Anhang gemeinsam mit den Löwen als endlich der Piff ertönte.

Was bleibt außer drei wichtigen Punkten gegen einen direkten Kontrahenten um den Klassenerhalt? Vor allem eine beeindruckende Mentalität, die Hoffnung macht! Dass der Sieg keinesfalls Zuckerschlecken war, demonstrierten die Blessuren der Löwen nach Spielende: Henrik Giese ging mit geschwollenem Auge zum Abklatschen in die Kurve und Sergej Evljuskin humpelte, weil die Wade zugemacht hatte. Schon vor dem Spiel musste Tobi Damm passen, den wohl Rückenprobleme plagen. Sollte es gelingen, solch couragierte Auftritte wie den in Pirmasens zu wiederholen, wird jedes Publikum mit einem Mindestmaß an Weitsicht den ein oder anderen Fehlpass, manchen unglücklichen Spielverlauf,  wohl auch die ein oder andere Niederlage verzeihen können. Denn auch wenn es nach dem Spiel kalte Nudeln „vom Ramada“ gab (lecker morgens schon gekocht und dann im Warmhaltebehälter liebevoll…lassen wir das), hatten die Löwen schon vorher anständig Gras gefressen. So soll das sein! Weiter so!

Die HNA hörte zwar wieder Fangesänge, die es nicht gab, wie den berühmten Gassenhauer „Auswärtsspiel, Auswärtssieg“. Immerhin legten sie die Lieder aber nicht wie zuletzt den gegnerischen Fans in den Mund. Auch das werten wir als Leistungssteigerung! Die etwa 60 Kasseler Kehlen waren übrigens über 90 Minuten hinweg  durchweg gut zu hören. Auch abseits vom Platz war das ein guter Kasseler Auftritt!

Weiter gehts am kommenden Samstag mit dem ersten Heimspiel gegen Aufsteiger SC Teutonia Watzenborn-Steinberg mit Ex-Löwe Dennis Lemke. Dieser durfte gestern ordentlich Spaß gehabt haben als er mit seinem neuen Club im „Mittelhessen-Derby“ (was es nicht alles gibt) seinem ehemaligen Trainer Matthias Mink und dessen neuer Truppe vom TSV Steinbach klar die Grenzen aufgezeigt hat. 3-0 hieß es am Ende. Damit hatte nun wirklich niemand gerechnet. Der Löwe an sich ist also für den kommenden Samstag gewarnt.

Abschließend möchten wir in eigener Sache K. aus H. für den Gewinn der 1 Mio. EUR Frage im Bordbistro gratulieren. Wir wünschen ihr von ganzem Herzen den Jackpot ihres Lebens in B.. Die Einladung zum Weckewerk in Kassel steht davon unabhängig. Meld‘ dich doch bitte bei Bedarf <3

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