HNA verkennt nordhessische Gastfreundschaft beim Testspiel gegen Gladbach. Aber warum nur?

Der KSV präsentierte sich an diesem diesigen Abend als ein hervorragender Gastgeber: Bratwurst gut, Bierstände regionalligatauglich bestückt, kurze Schlangen beim Einlass und sogar der ungewöhnliche Mannschaftsbus der Gladbacher durfte direkt vor der Haupttribüne parken (Foto). Auf dem Feld ging es dann so weiter. Die Löwen starteten anständig, hatten sogar die Chance zur Führung auf dem Fuß, bringen es aber nicht übers Herz dem möglichen CL Teilnehmer früh einen vor den Latz zu knallen. Wäre ja auch unfreundlich. Stattdessen durfen die Gladbacher frei vor dem Kasseler Kasten einschieben, Freistöße trainieren und der Schiri vergisst zwischendurch gleich mal was Abseits ist. Die vielen wirklich sympathischen Lehrer und Sozialarbeiter um uns herum, die in den 1970ern halt anfingen Gladbach die Daumen zu drücken, weil ihnen Bayern zu Mainstream war, hatten sichtlich ihren Spaß. Auch die jüngeren brummten zurfrieden ihr Scooter „döpdöpdöp“. Warum denn auch nicht? Schließlich haben die annähernd 10.000 Zuschauer die klammen KSV Kassen klingeln lassen und mit André Schubert lenkt ja außerdem ein waschechter Nordhesse die Geschicke der Fohlen. Es gab also allen Grund zur Gastfreundschaft.

Dieser allgemeinen Grundstimmung wollten einige Schreihälse aus dem Block 36 in nichts nachstehen. Es hat ja gute Tradition, dass die Auswechselspieler der Gästemannschaften alleine wegen der räumlichen Nähe angemessen von ihnen begrüßt werden, dass ihre Aufwärmübungen und sogar ihre Sportbekleidung fachmännisch kommentiert werden. Da stellte das heutige Spiel keine Ausnahme dar. Also stimmten die ausgewiesenen Kenner des Kicker Sonderhefts wohlwissend, dass sich ihnen mit Jannik Verstergaard ein Geburtstagskind nähern würde „Happy Birthday“ an. Weil es ja regnete setzten sie außerdem ein „Heute kann es stürmen, regnen oder schnein…“ drauf. Alle haben sich gefreut: Jannik Verstergaard lachte und winkte. Auch seine Mitspieler lächelten und sogar die Gladbacher Sozialarbeiter und Lehrer honorierten die Gesangseinlage mit Kommentaren wie: „Ach, das ist ja nett“. Weil Gastfreundschaft beim Fußball nicht grenzenlos sein sollte endete der Gesang mit einem: „Auswechselspieler, du bist nur Auswechselspieler“. Das schöne: Jannik Verstergaard bewies Humor, lachte wieder und spendete sogar Applaus.

So weit so gut, würden diese ganzen Gesten der Gastfreundschaft nicht durch die  systematische Konstruktion falscher Wahrheiten von Seiten der HNA im Nachhinein getrübt. In ihrem Spielbericht ist kaum ein Wort zu den vielen Gastgeschenken des KSV zu lesen. Nicht nur der exponierte Parkplatz des Mannschaftsbusses wird unterschlagen, sondern der Artikel über das Spiel findet sogar sein zwar stilistisch durchaus gekonnt abgerundes Ende mit den aber inhaltlich völlig falschen Worten: „die vielen Gladbacher brachten Geburtstagskind Jannik Verstergaard sogar ein Ständchen, als er eingewechselt wurde“. Diese Verkehrung der Tatsachen lässt uns ratlos zurück. Warum verkennt die HNA derart schamlos die nordhessische Gastfreundschaft? Wir sind gespannt auf eine Richtigstellung. Bei allem Ärger geht die Freude über den 6:1 Sieg dann fast schon unter. Schade eigentlich.

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Der Mannschaftsbus von Borussia Mönchengladbach durfte direkt vor der Haupttribüne parken. Das war eine von vielen tollen Gesten der Gastfreundschaft.

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