Oktoberfest der Peinlichkeit

Immer wieder finden sich bei unserem KSV neue Ideen wie man Zuschauer:innen ins Stadion locken kann. Oftmals auch absurde Ideen, die sich dann doch wieder im Sande der Organisation verlaufen. Daher haben wir auch die Nachricht, dass der KSV ein Oktoberfest ausrichten will wenn die Bayern kommen erstmal für eine solche Schnapsidee gehalten, die niemals umgesetzt wird. Ganz klar! Wer käme auch auf die Idee sich bei den Bayern und ihren Fans in der Region so widerlich anzubiedern, dass man seine eigenen regionalen Besonderheiten über Board wirft und die regionalen Klischees der gegnerischen Mannschaft imitiert.

Et tu, Totti?

Schließlich setzen wir doch in letzter Zeit mit großem Erfolg auf eine regionale Strategie, die Jens Rose beim Trainingsauftakt mit den Worten „Wir können uns den Erfolg nicht kaufen, wir müssen ihn schon selber machen!“ nochmal hervorragend auf den Punkt gebracht hat. Das heißt nicht nur Nachwuchs aus der eigenen Jugend zu generieren statt einzukaufen, sondern auch ein Bekenntnis zur Region im Allgemeinen. Unsere Zielgruppe liegt in der Region Nordhessen, sowohl was Fans als auch Sponsoren angeht, und unser KSV soll Stadt und Region auch entsprechend repräsentieren, von der Ahlen Wurscht bis zum Zissel. Ohne Frage bisher ein Erfolgskonzept. Umso schöner wenn man mit diesem Erfolgskonzept gegen hochkarätige Geldmannschaften wie dem FC Bayern Liga-mäßig mithalten kann. Der KSV hat in den letzten Jahren viel durchgemacht aber auch viel erreicht. Es gibt also keinen Grund sich zu verstecken. Was nicht zuletzt auch daran liegt, dass sich viele fleißige Menschen meist ehrenamtlich für die Umsetzung den Arsch in Verein und Geschäftsstelle aufreißen und denen wir bei aller Kritik an der Aktion hier erstmal ausdrücklich dafür danken wollen!

Eine gute Chance, uns und unsere Region zu präsentieren, bietet sich besonders dann, wenn Publikumsmagneten wie die Bayern kommen. Aber warum trägt unser Totti dann Lederhosen und keine niederhessische Tracht, wenn man schon auf rückschrittliche Pseudotraditionen steht und der FCB zu Gast ist? Warum wird selbst das eigene Trikot abgelegt um unseren Totti in dieses bizarre Gräuel von einem Kleidungsstück zu quetschen? Könnte es eventuell daran liegen, dass man sich anbiedern möchte an die (wahrscheinlich zahlreichen) Bayern-Fans der Region, die unseren Verein seit Jahren nicht mit dem Arsch ansehen und lieber zu Hause Champions-League in der Glotze gucken, um sich dann aufzuregen, dass der Verein nicht noch höher gewonnen hat? Nur damit die jetzt einmal und dann nie wieder ins Auestadion kommen – in der Hoffnung, dass vielleicht doch einer mal kleben bleibt? Leute die schon lange jedes Interesse an dem „ehrlichen“ Fußball verloren haben, den wir Woche für Woche propagieren und für uns beanspruchen. Was sollen wir mit denen? Warum sollen sich diese Leute bei uns im Block mit Lederhosen oder Dirndl wohlfühlen und die Bayrische Kultur hochhalten, während wir den alten Klassiker anstimmen, ja genau den mit dem Imperativ den Bayern die Lederhosen auszuziehen. Meint irgendjemand, dass der wahrscheinlich arroganteste Verein im Land, das auch für uns tun würde, wenn wir in fünf Jahren die Bundesliga aufräumen und ihnen die Meisterschaft versauen? „Zissel in der Allianz-Arena. Wer in niederhessischer Spitzbetzeltracht kommt, erhält ein Glas Weggewerk gratis!“ Sicher nicht! Aber in der großen Hoffnung, auch nur ein bisschen was vom Fame des großen FCB abzubekommen, verkauft man die Marke Bayern zur Marke KSV gleich mit. Erstmal halb so wild als Verkaufsidee, auch wenn es vor allem von der Unfähigkeit zeugt, die eigenen Stärken nach vorne zu stellen und sich stattdessen bei „den Großen“ was abknöpfen zu müssen. Alles in allem sind die Bayern doch auch nur scheiß Südhessen. Ein weiterer trauriger Tiefpunkt in der Eventisierung des Fußballs.

Wir werden deswegen sicherlich kein KSV-Spiel boykottieren und wir werden auch erst recht nicht zu einem Boykott aufrufen. Schließlich könnte man das Ganze auch unter dem Motto Gastfreundschaft verbuchen, wenn es a) für alle Gästemannschaften gelten würde und b) man es nicht dermaßen übertreiben würde und das eigene Maskottchen in bayrische Trachten steckt und die Fankurve auf dem Plakat blau-weiß übermalt – aber genau das ist eben passiert. Aber wir appellieren an euch: Wenn ihr meint in bayrischen Trachten zum Spiel kommen zum müssen, geht entsprechend in den Gästeblock, zahlt da entsprechend für eure Karte oder sonst bleibt ihr am besten gleich daheim wenn ihr lieber die Bayern feiert wollt statt unsere Jungs! Stell dir mal vor, du gibst auf dem Platz alles und die eigenen Fans inklusive Maskottchen feiern die Gegner.

Aber wie gesagt, wir könnten das mit gutem Gewissen immer machen wenn wir das unter dem Titel der Gastfreundschaft interpretieren. Wir haben auch schon einige Vorschläge für potentielle kommende Events wie das Frankfurter Wäldchesfest mit gratis Handkäs oder die Mainzer Fastnacht (wer als Clown kommt kriegt ’nen Posten als Maler:in und Lackierer:in bei der Hamburger Polizei). Wer erinnert sich nicht an das gute alte Offenbacher Spritzenfest? Und was beim Homburger Gummirummel so passiert, tja, das erklären wir dann das nächste mal.

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