„Ich glaube an die Stärke des Vereins“ – 3,6 Fragen mit Júlio César da Rosa

Es gibt Fußballspieler, die sich durch ihren Einsatz, Charakter und Erfolg für die Fans unsterblich machen. Einer in der Geschichte des KSV Hessen Kassel, dem dieses Kunststück zweifellos gelungen ist, ist Júlio César da Rosa. 2007 verließ der quirlige Brasilianer den KSV. Nach kurzen Stationen in Aschaffenburg und Süsterfeld, verlief sich langsam die Spur des Publikumslieblings. Nun, elf Jahre später sucht Blog36 Orientierung, im unbekannten Hessen. Zeit, sich auf alte Stärke zurück zu besinnen. Wir freuen uns, euch 3,6 Fragen mit Júlio César präsentieren zu können!

KSV Hessen Kassel: AlzenauJulio Cesar zum 2:0 fotofischer
Zuhause gegen Alzenau: Beim 6:0-Heimsieg  am 19. August 2005 schießt Júlio drei Tore vor 3000 Zuschauern. Foto: Andreas Fischer

Hallo Julio, vor elf Jahren hast du den KSV Hessen Kassel verlassen, mittlerweile lebst du wieder in Brasilien. Wie ist es dir seitdem ergangen? Spielst du mit 39 Jahren noch Fußball?

Viele Dinge sind in meinem Leben während dieser Zeit passiert. Ich bin Vater geworden, mein Sohn Davi ist inzwischen acht Jahre alt. Ich war verheiratet, heute bin ich aber wieder alleinstehend. Ich hatte aber auch einige schwierige Zeiten, denn ich habe meinen Vater verloren, er starb bei einem Überfall. Ich schaue mit meiner Familie aber immer nach vorne. Ich spiele noch Fußball, weil er mein Leben ist. Hier in Brasilien ist es zwar anders, aber ich spiele noch, weil ich mich fit fühle. (Anm.: Júlio wohnt nahe seiner Geburtsstadt Porto Alegre)

26.05.2006
Meisterfeier 2006 im Rathaus: Júlio verewigt sich in einem Stickeralbum, Oberbürgermeister Bertram Hilgen schaut andächtig zu. Foto: Andreas Fischer

Mit dir ist der KSV 2006 in die Oberliga aufgestiegen. In diesem Jahr folgte leider der Abstieg zurück in die Oberliga. Verfolgst du noch was bei deinem alten Klub in deiner alten Heimat vor sich geht?

Das Jahr 2006 war für mich die beste Zeit, weil wir unsere Ziele erreicht haben. Ich glaube, dass ich in diesem Jahr meine Geschichte im Verein geschrieben habe. Ich finde es sehr traurig, dass der KSV abgestiegen ist, aber ich glaube an die Stärke des Vereins, die Kompetenz der Führung und die Stärke der Fans des KSV Hessen und hoffe, dass der Verein wieder die Position erlangt, die er verdient. Ja, ich verfolge immer, wenn ich kann, was in dem Verein und in der Stadt vorgeht.

Bis heute träumen viele Löwenfans von einem Stürmer wie dir. Du bist also unvergessen. Was sind deine ganz besonderen Erinnerungen an den KSV und die Stadt?

3.5.2003
Fußballgötter unter sich: Thorsten Bauer und Júlio César am 3. Mai 2003 im Auestadion. Der KSV besiegte den SV Bernbach 5:1.  Foto: Andreas Fischer

Ich bin sehr glücklich über die Zuneigung der Fans, ich bin sehr dankbar und es ist gut zu wissen, dass wir eine gute Arbeit geleistet haben. Mir bedeuten die Fans auch sehr viel. Auch die Stadt Kassel habe ich noch in meinem Herzen. Ich habe viele gute Erinnerungen, alle waren besonders für mich, sowohl als Spieler als auch persönlich. Ich hatte unvergessliche Momente mit meinen Freunden, die ich in Kassel gefunden habe und habe viel gelernt und Erfahrungen gesammelt, die mein Leben prägen. Das hat mich als Person wachsen lassen.

Immer wieder sieht man wie du bei Facebook und Instagram Bilder im KSV-Trikot postest. Willst du dich anbieten? ;-) Traust du dir noch ein paar Tore in der Oberliga zu? Was müsste passieren, um dich mal wieder in Kassel zu sehen?

Ich hatte viele tolle Momente in Deutschland, beim KSV und in Kassel, an die ich mich gerne erinnere, auch durch die Fotos, die ich poste. Es ist nicht so, dass ich mich anbiete, die Intention habe ich nicht. Aber es wäre wirklich schön, wenn ich wieder in Kassel spielen könnte. Um zurückzukehren bräuchte es einen Kontakt zu einem Vorstand des Vereins, der auf meine Erfahrung setzt und alles organisiert.

nein
Allein gegen Unkraut: Júlio entwischt dem Gestrüpp. Am Ende wandern die verflixten Punkte nach Südhessen. Foto: Andreas Fischer

Aus dem Portugiesischem übersetzt von Elisa de Oliveira Brinkhoff. 

Profil von Júlio César auf transfermarkt.de

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