All we want for Christmas is a Derbysieg!

Zum letzten Mal Auestadion im Jahr 2017. Am kommenden Sonntag empfangen unsere Löwen um 15 Uhr die Offenbacher Kickers. Im Blog36-Vorbericht geht es diesmal um das Vorweihnachtsgefühl, dessen Gegenteil (also der OFC an sich), einen Pannen-Olli, der um sein Leben fürchtet und einen Rückblick auf vergangene Duelle: der KSV hat gegen den OFC noch nie ein Heimspiel verloren. Also: Lebkuchen runterwürgen, Mund abputzen und ab ins Stadion! S’gibbet wohl auch Glühwein.

Die Tage werden kürzer, die Stimmung wird melancholischer. Den ersten Schnee erlebte Kassel schon am vergangenen Wochenende. Allerorten duftet es nach Zimt und Besinnlichkeit kehrt ein. Zeit zum Nachdenken und zum Innehalten. Zeit, das zurückliegende Jahr noch einmal in aller Ruhe vor dem inneren Auge Revue passieren zu lassen. Zeit für Wham!, kuschelige Wollsocken und diese megageilen Dominosteine… Hmmm… Es ist klar: Weihnachten steht vor der Tür. Das Fest der Liebe und der Geborgenheit. In diesen Zeiten lädt man gern mal Freunde ein und verbringt mit ihnen ein paar gemütliche Stunden.

Von wegen Besinnlichkeit

Oder man macht alles ganz anders und lädt sich am 2. Advent die Offenbacher Kickers ein. Hier kann man alles rauslassen, was in der Weihnachtszeit sonst verpönt ist: Schmähgesänge, Schimpftiraden auf Gegner und Schiri und unbändiger Hass. 90 Minuten Aggressionsbewältigung bevor die Besinnlichkeit wieder einkehrt. Jawoll, es ist noch einmal Derbyzeit und somit eine letzte gute Gelegenheit, Eigenschaften auszuleben, die unterm Weihnachtsbaum nichts verloren haben. Dazu Bierchen und Worscht. Geil, geil, geil.

Bei unseren in tiefer Abneigung verbundenen Gästen aus Sachsenhausen-Ost brennt – um in der festlichen Sprache zu bleiben – gerade gehörig der Baum. Ausgangspunkt ist die magere Punktausbeute der vergangenen Wochen. Eigentlich den Verfolgern schon enteilt und auf dem zweiten Tabellenplatz gefestigt, wurde der OFC ruckizucki von starken Mannheimern zuletzt wieder eingeholt. Teilnahme an den Aufstiegsspielen? Noch längst kein fertiger Christstollen beim OFC. Zwar gelang am vergangenen Samstag mal wieder ein dreifacher Punktgewinn gegen den SSV Ulm, doch in den sieben Spielen zuvor gelang den Südhessen gerademal ein einziger Sieg – und das gegen Schott Mainz. Das ist natürlich zu wenig um Aufstiegserwartungen zu bedienen. Hinzu kam das Aus im Hessenpokal gegen Steinbach.

Der OFC-Anhang wird unruhig

Pannen-Olli
Pannen-Olli; Foto: Rösch

In dieser Zeit begann es zu brodeln im Umfeld des Clubs. Trainer und Spieler wurden in Frage gestellt. Die Mannschaft dankte es der vermeintlich treuen Anhängerschaft, indem sie nach dem Triumph gegen Ulm wort- und grußlos an den Fans vorbei in den Katakomben verschwanden. Siehste, Senfkurve: haste nun davon! Nun kam raus: Trainer Oliver Reck (berühmt für Sätze wie: „Sch’weiß wo isch herkomm!“) soll Mitte November eine Drohung per SMS erhalten haben. Die Polizei ermittelt und hofft, laut einem Bericht der Offenbach Post, anhand der Absendernummer Rückschlüsse auf den Besitzer des Handys ziehen zu können. Raffiniert, diese Ermittler aus Offenbach, da muss man erstmal drauf kommen.

OFC-Nazis
Foto: Rösch

Vielleicht können sie, wenn sie schon dabei sind, die Offenbacher Fanszene darauf zu durchleuchten, wer da was gegen „Pannen-Olli“ hat, auch mal nach den Vollpfosten schauen, die kürzlich die Anhänger des FSV Frankfurt mit antisemitischen Sprüchen überzogen. Wir sind erschrocken über die unverhohlene Zurschaustellung von Antisemitismus und Fremdenhass. Ein konsequentes Vorgehen von Polizei und DFB gegen nationalsozialistische Strömungen unter Fußball-affinen Personen wäre sicherlich aufrichtiger zu vertreten als Katz-und-Maus-Spiele wegen Pyrotechnik oder Unterbindung von antifaschistischem Engagement.

Gegen Offenbach geht immer was

Schmeer_Derby
Ekstase! Basti Schmeer mit dem 1:0 in der Nachspielzeit; Foto: Rösch

Sportlich ist nach den ermutigenden Auftritten zuletzt gegen die Spitzenteams aus Saarbrücken und Mannheim durchaus etwas drin für Cralle und seine Jungs. Mut macht auch: der KSV hat gegen den OFC in seiner ganzen Geschichte noch kein einziges Heimspiel verloren. Die letzten Duelle im Auestadion waren stets mit hohem Unterhaltungswert und ordentlich Spannung versehen. In der letzten Saison war es Basti Schmeer, der mit dem Tor des Tages das Spiel in der Nachspielzeit entschied – die richtige Antwort auf die Präsentation der geklauten Ultra-Fahnen im „Gäste“-Block. Unvergessen auch das 2:2 in der Saison 2015/16, als Shipi Bektasi als Einwechselspieler in den letzten sieben Minuten einen 0:2-Rückstand egalisierte. Im Jahr zuvor erzielte Enno Gaede am letzten Spieltag den entscheidenden Treffer für unsere Löwen. Der OFC stand zu diesem Zeitpunkt schon als souveräner Meister der Regionalliga fest, Enno trug dazu bei, dass der OFC aus dem Tritt kam und die Aufstiegsspiele gegen Magdeburg vermasselte. Well done, Enno!

Also: Noch einmal Auestadion in diesem Jahr, bevor es in die endlos lange Winterpause geht, die eigentlich nur mit der Ersatzdroge „Festfrieren-auf-dem-Kunstrasenplatz-bei-Testspielen-gegen-Oberligisten“ auszuhalten ist. Dass für den KSV viel auf dem Spiel steht, ist klar. Wer ihn unterstützen möchte, kommt ins Stadion, denn nur dort ist Live! So eine Eintrittskarte (oder eine Rückrunden-Dauerkarte) passt im Übrigen auch gut in den Adventskalender und kann bis kurz von Anpfiff im Online-Shop bestellt werden. Klingelingeling!

Mo Sako
Auch Mo Sako traf mal gegen den OFC; Foto: Rösch
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Ein Gedanke zu “All we want for Christmas is a Derbysieg!”

  1. Yep.
    Nur die Dauerkarte solltet ihr nicht bewerben.
    Besser Tageskarte an der Tageskasse.
    Jeder Cent für den Klub!
    Gilt übrigens auch für das Spielbier:
    Lieber vorher am Löwentreff auf Druckbetankung reinzischen und voll wie ’ne Haubitze durch die Unisex-Einlasskontrolle ins Stadion strunkeln.
    Fuck FAC.

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