„Beim Abschiedsspiel von Oliver Adler war ich sein Einlaufkind“ – 3,6 Fragen an Niklas Neumann

Wenn Niklas Neumann einmal das Lachen vergeht, dann steht es sehr schlecht um den KSV. Noch ist es aber nicht soweit, denn der 18-jährige Ersatzkeeper des KSV Hessen hat mit seinem Dauergrinsen die Herzen von Blog36 gewonnen. Grund genug, ihm unsere berüchtigten 3,6 Fragen zu stellen. Dabei offenbart Niklas mathematische Schwächen und ein riesengroßes Löwenherz. Wir finden: Das passt super zum KSV.

Blog36: Hallo Niklas, schön dass du dir die Zeit nimmst. Du bist als gebürtiger Kasseler erst diesen Sommer zu den Löwen gekommen. Vorher warst du in der Jugendakademie von Kaiserslautern. Wie ist es zu deinem Wechsel gekommen? Gab es in der Pfalz keine Perspektive oder war der Ruf aus der Heimat so verlockend?

Niklas: Kurz nach meinem 15. Geburtstag bin ich damals von zuhause ins Internat nach Kaiserslautern gezogen. Von der U16 bis zum ersten Jahr der U19 habe ich dort gespielt und einige interessante und prägende Erfahrungen machen dürfen. Trainingseinheiten bei den Profis oder Jugend-Bundesligaspiele u.a. an der Säbener Straße werden mir da sicherlich noch einige Zeit im Gedächnis bleiben. Nach zwei erfolgreichen Jahren in der U16 und U17 kam ich in der U19 nur noch unregelmäßig zum Einsatz und mir war trotz vorliegender Vertragsverlängerung klar, dass es Zeit für eine Veränderung war. Der Kontakt zum KSV kam zustande durch Torwarttrainer Michael Gibhardt, mit dem ich schon seit meinem zwölften Lebensjahr die ein oder andere Stunde auf dem Platz verbrachte (lacht). Er war daher stets informiert über meine sportliche Situation und nach erfolgreichen Gesprächen mit den Verantwortlichen war für mich trotz anderer Angebote klar: Ich will in die alte Heimat und diesmal zum richtigen KSV.

Du hast in dieser Saison sowohl für die Erste, als auch für die Zwote und die U19 gespielt. Wie ist dieser ständige Wechsel zwischen den Teams? Wo trainierst du mit, oder ist das auch wechselhaft?

Ich trainiere ausschließlich mit der ersten Mannschaft. Da wir bereits um 15 Uhr trainieren, bin ich froh, dass die Schule so kooperativ ist und mich früher gehen lässt. Um eine Stunde weniger Mathe in der Woche bin ich auch nicht böse (lacht). Das Niveau zwischen der ersten Mannschaft, der U23 und der U19 ist schon enorm, allerdings achte ich bei den Spielen nur auf mich und gebe – egal bei welcher Mannschaft – mein Bestes und hoffe, den Mannschaften helfen zu können. Ich halte einfach gern Bälle und freue mich über jede Minute, die ich auf dem Platz stehen kann. Gegen Koblenz durfte ich mein Debut in der Regionalliga im Auestadion geben, der bislang schönste Moment meiner noch jungen Karriere. Wenn ich nicht immer in der zweiten Minute einen Gegentreffer hinnehmen muss, mache ich das gern noch häufiger. (lacht)

Dein Vertrag läuft bis 2020. Wie sehen deine sportlichen und privaten Pläne für diese Zeit aus? Und wie siehst du deine Perspektive beim KSV Hessen Kassel?

Zurzeit ordnen wir Spieler alle persönlichen Ziele dem Mannschaftserfolg unter, damit wir am 38. Spieltag mit euch Fans zusammen unseren Nichtabstieg feiern können. Ich bin fest davon überzeugt, dass uns das gelingt. Bis dahin will ich weiterhin jeden Tag hart arbeiten, um mich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Im Frühjahr 2019 schreibe ich dann hoffentlich mein Abitur, wenn es meine Mathelehrerin will. Wie es danach weitergeht ,weiß ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht. Studieren möchte ich allerdings schon, wenn auch nicht Mathe-Lehramt.

In der Regionalliga gabs zuletzt wenig Grund zu jubeln für unsere Löwen. Was aber auffällt: Du kommst immer mit einem Lächeln auf die Fans zu, am Zaun, am Bus, wo auch immer. Diese positive Einstellung imponiert den alten Säcken ausm Block 36. Was ist dein Geheimnis? Schmegged die Worscht hier einfach so gut?

Ich spiele einfach gern Fußball und gehe gern ins Training, es heißt ja nicht ohne Grund: „Tag und Nacht will ich nur bei dir sein, ich lieb nur dich mein Kassler Sportverein […]“ Ich identifiziere mich voll und ganz mit dem Verein, bin als Kind schon regelmäßig im Stadion gewesen. Beim Abschiedsspiel von Oliver Adler war ich sein Einlaufkind; dass ich selber mal im Auestadion zwischen den Pfosten stehe, hätte ich nie gedacht. Auch in Kaiserslautern kennt man nun unsere Ahle Worscht, eine Stracke war im Internat immer in unserem Kühlschrank – dafür habe ich gesorgt. Ohne eure Unterstützung würde ich wahrscheinlich weniger lachen, denn es gibt nicht viele Anhänger, die ihr Team auch nach Niederlagen feiern wie beim Sieg. Jetzt ist es an der Zeit, euch etwas zurückzugeben – in den verbleibenden drei Spielen vor der Winterpause haben wir noch die Gelegenheit dazu. Und ganz ehrlich: Zwei Mal will ich gegen Offenbach nicht verlieren!

Wir auch nicht, Niklas! Aber die Stracke gehört nicht in den Kühlschrank! Vielen Dank.

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