„Will da spielen, wo ich schon als Balljunge hinter der Bande stand!“ – 3,6 Fragen an Brian Schwechel

Viele Spieler der U19 des KSV Hessen Kassel haben in diesem Jahr den Sprung in die 1. Mannschaft geschafft. Einer davon ist Brian Schwechel. Der 18-Jährige aus Freienhagen (Waldeck) gilt als großes Talent, schaffte es im vergangenen Jahr bereits in ein DFB-Sichtungsturnier für die U19-Nationalmannschaft und gehörte in der abgelaufenen Saison zu den absoluten Leistungsträgern der Junglöwen. Grund genug für Blog36 ihm aufzulauern und ihm 3,6 Fragen zu stellen.

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Von der U19 in die Regionalliga: Brian Schwechel; Foto: privat

 

Blog36: Hi Brian, danke, dass du dir die Zeit nimmst. Du bist einer von den vielen jungen Wilden, die den Sprung aus der U19 in die 1. Mannschaft gepackt hat. Du bist im zentralen Mittelfeld zu Hause, wo es mit Freddy Brill, Sergej Evljuskin und Adrian Bravo Sanchez eine Menge Konkurrenz auf der Position gibt. Was sind deine Ziele mit der Mannschaft in dieser Saison?

 

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Attacke!; Foto: privat

Brian Schwechel: Hallo erstmal. Mein Ziel für die Saison mit der Mannschaft ist auf jeden Fall die Klasse zu halten und für mich persönlich ist es wichtig, dass ich mich so schnell wie möglich an den Herrenfußball gewöhne und mich persönlich weiterentwickle. Von Adi, Siggi und Freddy aber auch von den anderen kann ich mir noch sehr viel abgucken und viel lernen. Es macht immer Bock mit ihnen im Zentrum zu kicken. Ich wurde aber auch schon auf anderen Positionen eingesetzt. In der letzten Saison habe ich ab und zu mal als Innenverteidiger gespielt und auch im Mittelfeld auf der Außenbahn ein paar Spiele abgeliefert. Ich bin da eigentlich sehr flexibel. Klar, ich fühle mich im zentralen Mittelfeld am wohlsten, würde aber natürlich auch auf anderen Positionen spielen. Eine Herausforderung ist die Umstellung von Jugend- zum Seniorenbereich. Schon alleine, weil wir jetzt jeden Tag trainieren. Manchmal auch zweimal täglich, sowas kenne ich aus der Jugend nicht. Außerdem gibt es noch Umstellungen in anderen Bereichen, wie z.B. dem Strafkatalog. An den muss man sich so schnell wie möglich halten. Wenn ich vergesse, die Getränke rauszustellen oder meine Schuhe nach dem Spiel nicht aus der Kiste nehme, wirds schnell mal teuer! (lacht)

 

Blog36: (lacht) Verständlich. Die Getränke sollten beim Fußball nicht vernachlässigt werden. Einen solchen Strafkatalog bräuchten wir auch mal im Block. Aber egal. Zurück zu dir: Du bist ja schon mit einigen Vorschußloorberen zur 1. Mannschaft gestoßen, unter anderem weil du im Oktober 2016 bei einem DFB-Sichtungslehrgang in der Elf der U19-Nationalelf auflaufen durftest. Berichte doch mal von deinen Erfahrungen.

 

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Brian im Kreis der U19-Nationalelf; Foto: privat

Brian: Also, der DFB-Sichtungslehrgang war für mich eine sehr geile Erfahrung. Ich wurde glaube ich zuerst von Ede Wolf, welcher vom DFB angerufen wurde, informiert. Darüber habe ich mich sehr gefreut, weil seit dem DFB-Sichtungstunier mit der Hessenauswahl ein Jahr vergangen war und deswegen die Hoffnung nicht mehr so groß auf so eine Einladung war. Der Lehrgang dauerte dann ungefähr eine Woche in Duisburg. Da war ich wie gesagt schon ein Jahr zuvor mit der Hessenauswahl. Dieses Mal wohnten wir in einem Hotel etwas abgelegen von Duisburg. Es war alles sehr durchstrukturiert und viel professioneller als das was ich bisher kannte. Der Trainerstab war fast so groß wie der Spielerkader. Das zahlte sich dann aber auch aus, da wir das Turnier als Zweiter abgeschlossen haben – von 22 Mannschaften. Für mich persönlich lief es auch ganz gut, da ich drei von vier Spielen durchspielen durfte. Allerdings war das aber bezogen auf meine Nationalmannschaftskarriere wohl eine einmalige Sache, die ich nie vergessen werde. Wenn ich nun aber mit 18 bzw. 19 Jahren wieder Einsatzzeiten in der Regionalliga sammeln könnte, wäre das eine gute Gelegenheit, wieder auf mich aufmerksam zu machen. Im Fußball gilt: Sag niemals nie!

 

Blog36: Du bist seit 2012 beim KSV, also seit du 14 Jahre alt bist, und hattest seitdem auch immer Angebote von größeren Vereinen mit Nachwuchsleistungszentren und einer professionelleren Infrastruktur. Warum bist du dem KSV all die Jahre über treu geblieben?

Brian: Kassel beziehungsweise Nordhessen hat für mich eine besondere Bedeutung, weil meine Familie, meine Freunde und meine Freundin alle hier wohnen. Ich fühle mich hier sehr wohl und wollte außerdem mein Abitur hier fertig machen. Beim KSV fühle ich mich auch gut aufgehoben und kenne den Verein nach all den Jahren schon ganz gut. Deswegen bin ich hier geblieben. Wenn man in der Jugend für den KSV spielt, möchte man natürlich auch irgendwann mal im Auestadion auflaufen, wo man sonst als Balljunge hinter der Bande stand. Das Besondere für mich am KSV ist, dass, wie man im Moment wieder sehr gut sehen kann, man auch in schwierigen finanziellen Zeiten zusammensteht und dass Verein und Fans voller Optimismus sind.

Blog36: Mit dem Wechsel in die 1. Mannschaft nimmt nun sicher auch die zeitliche Belastung zu. Wie geht es jetzt für dich persönlich weiter?

Brian: Die Belastung nimmt, wie vorhin schon erwähnt, mit den Trainingseinheiten, Trainingsinhalten und den Spielen bei den Senioren natürlich zu. Ich möchte, nachdem ich jetzt mein Abitur gemacht habe, in Kassel studieren, wahrscheinlich Wirtschaftswissenschaften. Das würde auch erst im Winter anfangen, deswegen habe ich da noch ein bisschen Zeit. Ich möchte aber dieses Jahr auf jeden Fall noch pendeln, von Freienhagen ist es auch nur eine knappe halbe Stunde bis zum Auestadion. Trotzdem bin ich, auch wenn ich erstmal zuhause wohnen bleibe, viel mit den Mannschaftskollegen unterwegs. Die älteren nehmen einen zum Beispiel nach dem Krafttrainning mit zum Essen in die Stadt und so werden auch wir jungen Spieler sehr gut in die Mannschaft integriert.

Blog36: Schön, dass die Chemie stimmt. Blog36 wünscht dir viel Erfolg beim #geilabliefern in der kommenden Spielzeit.

Brian: Gern. Vielen Dank für das nette Gespräch.

 

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Ein Gedanke zu „„Will da spielen, wo ich schon als Balljunge hinter der Bande stand!“ – 3,6 Fragen an Brian Schwechel“

  1. Ach, schade – wieder ‚mal einen netten Gesprächsnebenaspekt vernachlässigt:
    Der Vorname!
    Was ist ein „Bri-An“ und wie oft wird Charly Wimmer ihn fälschlich als „Breien“ vorstellen?
    Geht geiler abzuliefern, Blog36.

    Gefällt mir

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