Wärst du doch in Kassel geblieben, schöner Playboy… – Ein Blick auf unsere Abgänge 2016!

Als die Saison 2015/16 endete, herrschte bekanntlich große Ungewissheit beim KSV Hessen Kassel. Trainersituation unklar, Hauptsponsor auf dem Absprung, auslaufende Spielerverträge. Bekanntlich stand sogar kurzzeitig ein Rückzug aus der Regionalliga im Raum. Und viele Spieler ergriffen die Flucht…

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Hessenpokalsieger 2015; Foto: Rösch

Becker
Tobi Becker übt Kritik am Verein nach Testspiel gegen Köln; Foto: Rösch

Im Testspiel gegen den 1. FC Köln zum Saisonabschluss die einminütige „Mannequin Challenge“ unserer Équipe. Es rumorte, es brodelte, Kapitän Tobias Becker motzte am Lautesten – und gab dann bekannt, den Verein zu verlassen, genau wie Trainer Matthias Mink. Die „Leader“ waren weg. Die Ersten wurden schnell nervös und suchten das Weite. Das war sicher nicht verwunderlich angesichts der unklaren Situation. Dumm nur für den KSV, dass ausgerechnet jene Spieler den Verein verließen, die in der Saison mit zu den absoluten Leistungsträgern gehörten. Insbesondere in der Offensivabteilung stand man auf einmal ziemlich nackig da: 42 Tore erzielte der KSV in 2015/16 – das war ja ohnehin schon nicht besonders viel. Doch es verließen jene Spieler den Verein, die 39 (!!!) dieser 42 Tore erzielten. Was folgte, ist bekannt: Dem Verein gelang der wohl genialste Schachzug seit Langem, in dem er kurzerhand und sicher auch etwas aus der Not geboren, Co-Trainer „Cralle“ Cramer zum Chef beförderte. Er nahm die jungen Spieler in die Verantwortung, machte Verbandsligakicker zu Stammkräften in der Regionalliga und holte Basti Schmeer aus Fulda zurück an die Fulda. Wer hätte gedacht, dass Basti nochmal Kurs nehmen könnte auf die Torjägerkanone in der Liga, wenn, ja wenn er nur mal die Elfmeter versenken würde? Egal. Nahezu jeder der Verbliebenen und auch die Neuverpflichtungen machten einen ordentlichen Leistungssprung.

Insgesamt verließen zehn Spieler den Verein. Und auf dem Papier sahen die neuen Arbeitgeber der Ex-Löwen erstmal ganz gut aus: Kevin Rauhut und Tobi Becker gingen zum ambitionierten Nordost-Regionalligisten Wacker Nordhausen, Wandervogel Sylvano Comvalius heuerte in der ersten ukrainischen Liga an. Nico Perrey und Mike Feigenspan konnten sich Hoffnungen machen, über die U23-Teams vom 1. FC Köln bzw. Borussia Mönchengladbach schnell Profiluft schnuppern zu können. Hasan Pepic wechselte zum Berliner AK, der in der abgelaufenen Saison nur knapp die Relegation verpasste. Derweil formte der Drittligaabsteiger Stuttgarter Kickers eine schlagkräftige Truppe für den direkten Wiederaufstieg aus der Regionalliga Südwest und Shqipon Bektasi wurde ein Teil davon. Auch Dennis Lemke blieb in dieser Liga und ging zur SC Teutonia 1929 Watzenborn-Steinberg e.V. (was für ein Name). Einzig Tino Schulze, der in der abgelaufenen Saison häufig verletzt und noch häufiger nicht zum Einsatz kam, fand keinen mindestens viertklassigen Verein und schloss sich Germania Halberstadt in der Oberliga an.

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Hessenpokalsieger beim #geilabfeiern; Foto: Rösch

Vom Papier her also eigentlich keine schlechte Ausgangssituation um all diese ganzen Ex-Löwen in ein bis zwei Jahren mindestens in der Drittligaberichterstattung der ARD-Sportschau wiederzusehen – oder im Fall von Sylvano Comvalius halt im Pay-TV in der Champions League. Doch wenn man sich jetzt einige Monate, noch nicht mal eine komplette Spielzeit später ansieht, was daraus geworden ist, kommt man schon ein wenig ins Staunen.

 

Rauhut
Kevin: zu selten auf dem Platz in Nordhausen; Foto: Rösch

Im nicht weit entfernten Nordhausen suchten Tobi Becker und Kevin Rauhut ihr Glück. Becks wurde sofort zum Kapitän ernannt, verletzte sich aber in der Vorbereitung und kam erstmal gar nicht zum Einsatz. So ging es auch Kevin Rauhut, der im Wettbewerb um die Nummer 1 im Kasten von Wacker nicht an Routinier Tino Berbig vorbeikam. Berbig hat nicht nur ordentlich Lokalcolorit, sondern verfügt auch über Zweitligaerfahrung mit dem VfL Osnabrück. Keine Chance für Kevin, daran vorbeizukommen. Es blieb die Auswechselbank. Wacker verfügt zudem über ordentlich Erfahrung im Team: direkt aus der Bundesliga kam Toni Sailer aus Darmstadt, hinzu kamen viele weitere zweit- und drittligaerfahrene alte Recken, wie Zafer Yelen, Nils Pfingsten-Reddig, Mounir Chaftar oder Matthias Peßolat. In der Winterpause legte man nochmal nach, schmiss den Trainer raus und holte für das kreative Moment im Mittelfeld mit Lucas Scholl einen Spieler aus der Talentschmiede von Bayern München, der immerhin regelmäßig bei Pep Guardiola mittrainieren durfte. Nun war Kevins Chance gekommen und auch Becks war wieder fit. Beide gehörten nach der Winterpause zum festen Stamm – doch vom Aufstieg ist Nordhausen bereits so weit entfernt wie der OFC von seinen neun abgezogenen Punkten. Mit dem derzeitigen 8. Platz können die Thüringer sicher nicht zufrieden sein. Doch es kommt noch schlimmer: Neulich gingen die Thüringer beim abstiegsbedrohten FSV Luckenwalde baden – ohne Tobi Becker, den Neu-Coach René van Eck auf die Bank setzte. Damit war Becks dann mal gar nicht einverstanden und beschwerte sich, was wiederum den Trainer auf die Palme brachte. Wie im Kindergarten. Rauhut hingegen flog mit Gelb-Rot vom Platz und muss nun erstmal zusehen – und eventuell sogar um den gerade erst erkämpften Stammplatz fürchten. Beide – Becker und Rauhut – haben Verträge bis 2018. Wie es bei ihnen nach der Sommerpause weitergeht, dürfte also klar sein. In welche Richtung sich der Verein entwickelt, dürfte nach dieser vermurksten Saison jedoch unklar sein. Man hört, dass in der kommenden Saison kleinere Brötchen gebacken werden sollen.

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Mike Feigenspan: Wenn er trifft, gewinnt Gladbach. Wenn nicht, dann nicht; Foto: Rösch

Auch Mike Feigenspan dürfte sich mehr erhofft haben. Als er zu Gladbach kam, hieß der Trainer der Profimannschaft Andre Schubert. Bekanntlich hat der ja eine Vorliebe für „Magic Mike“. Alles also nur eine Frage der Zeit, bis Feigenspan in der Bundesliga auf Torejagd gehen würde. Und alles begann so gut bei der U23: Mike feuerte aus allen Rohren – und traf! Hattrick gegen Schalke II, Doppelpack gegen Wattenscheid und Aachen – insgesamt 12 Buden in den ersten 13 Einsätzen. Mike schoss Gladbach an die Tabellenspitze, der Weg in die Dritte Liga schien geebnet. Doch dann hörte alles auf einmal auf. Die Bundesliga-Mannschaft trennte sich von Andre Schubert und Mike hörte in der U23 auf, Tore zu schießen. Die Torflaute führte dazu, dass Gladbach zuletzt vier Spiele in Folge verlor und es nun Viktoria Köln ist, die die besten Chancen auf den Relegationsplatz in der Regionalliga West hat. Bereits fünf Punkte ist Viktoria weg. Es scheint so, als müsste Mike sich auf ein weiteres Jahr in der vierten Liga einstellen…

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Bundesligaspieler in Wartestellung: Nico Perrey; Foto: Rösch

Das dürfte auch Nico Perrey so oder so ähnlich gehen. Unser Pokalheld (köpfte das frühe 1:0 im Hessenpokalfinale gegen den VfB Gießen) fühlte sich ja eigentlich immer schon zu Höherem berufen. Gleich in seinem ersten Interview mit der HNA nach seiner Verpflichtung machte er klar, dass der KSV für ihn nur eine Durchgangsstation in Richtung Profifußball sein wird. „Selbstbewusst“, sagen die einen, „arrogant“, die anderen. In jedem Fall kam das Angebot der U23 des 1. FC Köln in dieser Saison gerade recht. Doch das Glück war nicht auf seiner Seite: am 3. Spieltag verletzte sich Nico in der Partie gegen die Sportfreunde Siegen am Fuß und musste lange pausieren. Immerhin: seit er wieder an Bord ist, läufts besser für die Kölner. Zuletzt gab es fünf Siege in Folge und der kleine „Effzeh“ steht im oberen Tabellendrittel. Nico ist gerade mitten in seinem 24. Lebensjahr. Unwahrscheinlich, dass er der U23 über die Saison hinaus erhalten bleiben wird. Unwahrscheinlich aber auch, dass er eine Chance in der in dieser Saison groß aufspielenden Bundesliga-Mannschaft bekommen wird. Vielleicht führt der Weg aber auch zum Stadtrivalen Viktoria, wenn diese die 3. Liga in Angriff nehmen sollten. Das Potential hätte er allemal – Arroganz hin oder her.

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#geilabbolzen in Indonesien: Sylvano Comvalius; Foto: Rösch

Unser niederländischer Wandervogel Sylvano Comvalius zieht derweil weiter fröhlich durch die Welt. Nach Stationen in Malta, Schottland, Kuwait, Kasachstan, China und – Achtung, jetzt wird’s exotisch – Dresden, zog es ihn zum ukrainischen Erstligisten PFK Stal Kamyanske, wo er in 17 Spielen 5 Tore erzielte und unter anderem auch gegen Vereine wie Dynamo Kiew traf. Aber irgendwas hat wohl mal wieder nicht gepasst und so unterschrieb Sylvano in der Winterpause beim indonesischen Erstligisten Bali United und zockt seitdem in einer Liga mit einer Reihe von abgehalfterten Ex-Stars, wie z.B. Ex-Chelsea-Spieler Michael Essien, mit dem er sich neulich in einer Partie in die Haare bekam.

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Spektakuläre Momente mit Shipi im Estadio del Aue; Foto: Rösch

Auch Shqipon Bektasi fiel in seiner Zeit beim KSV durch seine unglaublich emotionale Spielweise auf. Bereits sein erstes Spiel blieb unvergessen, im September 2014 gegen Elversberg. Nach einer Stunde kam Shipi für Basti Schmeer ins Spiel. Nach einer Ecke und der Kopfballverlängerung von Tobi Damm stand Shipi goldrichtig und erzielte in der 90. Minute das Tor des Tages. Momente wie dieser – oder auch der Doppelpack gegen den OFC am ersten Spieltag der darauffolgenden Saison – werden Shipi in Kassel unvergessen machen. Wir verlieren hier jetzt mal kein weiteres Wort über die negativen Folgen von Shipis emotionaler Spielweise – obwohl Ostern vor der Tür steht und sich flache Treppenwitze geradezu anbieten würden. Aber es ist jetzt auch mal gut damit. Jedenfalls blieb Shipi der Liga erhalten und wechselte zu den Stuttgarter Kickers, die gerade erst aus der 3. Liga abgestiegen waren. Henrik Giese sagte im großen Blog36-Interview vor der aktuellen Saison, dass der Sturm der Stuttgarter Kickers mit Bektasi und Tunjic wohl der beste der Liga sei. Und warum sollte das nicht stimmen? Schließlich gehörten beide zu den erfolgreichsten Stürmern der Liga in den vergangenen Jahren. Und schließlich hat Henne immer Recht! Doch beide verfolgte das Verletzungspech, Shipi konnte in dieser Saison erst 8 Spiele bestreiten, wovon nur zwei davon über 90 Minuten. Für ein Tor hat es dabei nicht gereicht – wohl aber für immerhin vier (!) gelbe Karten. Sein Sturmpartner Tunjic hat in 2017 noch kein einziges Fußballspiel bestritten und kommt in 19 Einsätzen auch „nur“ auf 7 Tore. Zusammen standen die beiden noch so gut wie gar nicht auf dem Platz. Nun spielen die Stuttgarter Kickers anstatt um den Aufstieg in die 3. Liga auch noch voll gegen den Abstieg in die Oberliga Baden-Württemberg – das Verletzungsproblem in der Offensive ist da aber sicher nur eines von vielen Problemen. Mit der HNA könnte man sagen: die Kickers haben es einfach nicht geschafft, die Regionalliga auch anzunehmen. Shipis Vertrag läuft über die Saison hinaus. Aber das ist dann auch das einzige, was bei ihm läuft. Wollen wir ihm wünschen, dass er im nächsten Jahr nicht in der fünften Liga auf Torejagd gehen muss.

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Vom Wedding nach Wetzlar: Dennis Lemke; Foto: Rösch

Der Regionalliga Südwest ebenfalls erhalten blieb Dennis Lemke, der zum Aufsteiger SC Teutonia 1929 Watzenborn-Steinberg e.V. (was für ein Name) wechselte. Als Dennis 2014 von SV Babelsberg 03 zum KSV kam, war Blog36 schon vor seiner Ankunft euphorisiert: „Geil! So ne richtije Berliner Atze ussm Wedding – und dann och noch von so nem korrekten Verein. Bei der Hertha hat er och schon jekickt. Ick glob, mir laust der Affe!“ Leider konnte Dennis unter Trainer Mink nicht immer überzeugen und sich in den zwei Jahren auch nicht richtig durchsetzen. Und so heuerte Lemke in Mittelhessen an, wo es zunächst gut begann: Stammspieler und Torschütze bei einem Underdog, der zunächst halbwegs überraschen konnte. Dann fiel Trainer Steuernagel ein, dass er doch viel lieber Grundschullehrer bleiben möchte und übergab den Staffelstab an Ex-Profi Francisco Copado, der Lemke ohne Begründung aus dem Kader des Hessenligameisters warf und auch viele weitere merkwürdige Entscheidungen traf. Dennis spielte fortan auf Mittelhessens Dorfplätzen bei der SC Teutonia 1929 Watzenborn-Steinberg e.V. II (was für ein Name) in der Kreisoberliga Gießen. Was für eine Demütigung. Zum Glück für Dennis versäumte es Copado, mit der SC Teutonia 1929 Watzenborn-Steinberg e.V. (was für ein Name) Punkte einzufahren, weswegen sich das Thema schnell erledigt hatte und Dennis wieder zurück in den Kreis der ersten Mannschaft kehrte. Nun ist er wieder Stammspieler und hat auch seinen Torriecher zumindest halbwegs wiederentdeckt. Dank seiner Treffer gab es zuletzt Siege in Worms, gegen Walldorf und auch gegen Hoffenheim. Und trotzdem: ob es für Dennis eine Zukunft in Mittelhessen gibt, bleibt offen. Sein Vertrag läuft zwar auf 2 Jahre, aber ob sich Dennis im Falle eines wahrscheinlichen Abstiegs Hessenliga antut, bleibt offen.

Pepic
Sein Bruder nahm im Rückennummer und Wohnung weg: Hasan Pepic; Foto: Rösch

Hasan Pepic hatte nach seinem Abgang in Kassel eigentlich Großes vor. Angeblich lag ihm ein unterschriftsreifes Angebot eines niederländischen Erstligisten vor. Der gebürtige Reutlinger, der bereits in sehr jungen Jahren bei Juventus Turin in der italienischen Serie A kurz vor dem Durchbruch im internationalen Showgeschäft stand, landete schlussendlich aber beim Berliner AK – und die spielen bekanntlich weder in den Niederlanden noch in der ersten Liga. Regionalliga Nordost ist für einen durch den Präsidenten und türkischen Bauunternehmer Mehmet Ali Han eher multikulturell geprägten Verein mitunter ein hartes Brot. Sagen wir es mal diplomatisch: Es gibt Fangruppierungen anderer Vereine, die mit dem Halbmond im Wappen und der Prägung des BAK aus politischen Gründen Probleme haben. Man könnte es aber auch mit Hasans Worten sagen: „Im Osten hassen uns alle!“ Und wenn der Club, der in Berlin-Moabit seine Heimspiele austrägt, dann auch noch so erfolgreich spielt wie in der vergangenen Spielzeit, macht das z.B. die zahlreichen Faschos bei Lok Leipzig oder dem BFC Dynamo nicht gerade glücklicher. In der letzten Saison fehlten ganze zwei Tore zum Erreichen der Relegationsspiele – der FSV Zwickau stieg später gegen Jenny Elversberg in Liga 3 auf. Doch beim BAK herrscht große Unruhe. Bei Misserfolg wird in der Regel die ganze Mannschaft nach der Saison ausgetauscht. Und dieses Jahr könnte es noch dicker kommen: Laut Medieninformationen zieht Han sich am Ende der Saison zurück – eine Fusion mit dem Bezirksligisten Club Italia steht im Raum. Dieser wird trainiert von Ex-Weltmeister und Ur-Berliner Thomas „Icke“ Hässler. Eine Verlängerung des Vertrags von Hasan scheint vor diesem Hintergrund unwahrscheinlich. Interessiert beobachtet er derzeit die Geschehnisse in Kassel, wo sein kleiner Bruder Nedim nicht nur seine Wohnung, sondern auch seine Rückennummer übernommen hat. Ob Cralle ihn zurücknehmen würde ist nicht bekannt. Leistung bringt Hasan in der Nordost-Liga jedenfalls ganz ordentlich, hat auch schon drei Buden erzielt und damit mehr, als in seinen gesamten beiden Jahren beim KSV. In den vergangenen Spielen wurde er nur noch als Ergänzungsspieler eingesetzt. Eine alles andere als zufriedenstellende Situation.

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Hattrick gegen Baunatal und trotzdem häufig Bankdrücker: Benny Girth; Foto: Rösch

Wenn es einen richtigen Gewinner unter den Abgängen des letzten Sommers gibt, ist das zweifelsohne Benny Girth. Leider gehört es in den Bereich der Spekulation, was aus ihm bei uns geworden wäre, wenn der Trainer mal nicht Mink geheißen hätte. Mink und Girth – das passte eigentlich nicht zusammen. Wenngleich er auch bei uns seine großen Momente hatte – man denke nur an den Hattrick im Deby in Baunatal. Aber oftmals versauerte er einfach auf der Bank. Obwohl er immer für ein Tor gut war. Das wussten alle – nur Mink nicht. Nun also Meppen. Der Inbegriff für durchschnittliche Zweitligalangeweile der 90er Jahre spielt in diesem Jahr in der Regionalliga Nord ganz groß auf. Bereits sechs Spieltage vor Saisonende steht die Teilnahme der Meppener in der Relegation fest. Benny hat mit seinen 16 Treffern wohl den größten Anteil am Erfolg. Folgerichtig hat er kürzlich seinen Vertrag verlängert und mit Aufstiegsklausel versehen. Die Torjägerkanone ist greifbar, sein Marktwert steigt und steigt. Ob der Nord-Regionalligist allerdings in der Relegation bestehen kann, ist fraglich. Expertenmeinungen zufolge gilt die Regionalliga Nord als die schwächste aller fünf Regionalligen. Allerdings bestehen die Expertenmeinungen aus vereinzelten Meinungen von Blog36. Kann man also eigentlich nix drauf geben. So oder so – wir drücken ihm die Daumen für Liga 3!

 

Schulle
Dann geh doch nach drüben, wenns dir hier nicht gefällt: Schulle; Foto: Rösch

Bleibt zum Schluss der Blick in die vermeintliche Tiefe: Tino Schulze ging zurück nach Sachsen-Anhalt zu Germania Halberstadt. Dort kickte er bereits zwei Jahre, bevor er zwei Jahre zum KSV kam. Vielleicht geht das Wechselspiel ja weiter und er kehrt übernächste Saison wieder zurück zu uns. Der sympathische Schulle mit dem auf social media-Kanälen ausgeprägt dargestellten Modebewusstsein hatte sportlich gesehen aber keine besonders  gute Zeit beim KSV, war in seinem zweiten Jahr lange verletzt und hatte dann mit Brandner, Lorenzoni und Schmik ordentlich Konkurrenz auf seiner Position als Außenverteidiger. Nach vorne agierte er oft zu mutlos. Nun gehört er zum Stamm des Oberligisten, hat in dieser Spielzeit nahezu alle Spiele über die volle Distanz absolviert und spielt dort in der Verteidigung zusammen mit einem anderen Ex-Löwen: Adli Lacheb. Ein absolutes Highlight in dieser Saison war für ihn sein Doppelpack beim Unentschieden gegen Chemie Leipzig. Eine Rückkehr in die Regionalliga scheint in diesem Jahr bereits machbar. Dem Schritt zurück kann also auch der schnelle Schritt nach vorn folgen. Schulle, wir wünschen dir viel Erfolg!

 

Wer hätte das gedacht? Kaum einer der hochkarätigen Abgänge vom vergangenen Sommer hat beim neuen Club überzeugt. Hingegen spielt Cralles Resterampe in der Regionalliga Südwest eine passable Rolle in der Liga. Nun zu sagen, dass der KSV ja richtig vorne mitmischen hätte können, wenn der ein oder andere geblieben wäre, ist zum einen Spekulation und zum anderen höchstwahrscheinlich grundfalsch. Cralles Team funktioniert so gut, weil es so zusammengesetzt ist wie es zusammengesetzt ist. Aber der ein oder andere dürfte mit etwas Wehmut zurück auf die Kasseler Zeit blicken, in der eine sympathische und harmonische Truppe Erfolge wie z.B. den Gewinn des Hessenpokals oder Derbysiege gegen Offenbach und Baunatal feierte und deren Entwicklung kontinuierlich positiv verlief. Die dänische Schlagersängerin Dorthe Kollo sang Ende der 60er Jahre ihren eigentlich ziemlich schrecklichen Hit „Wärst du doch in Düsseldorf geblieben…“ – der ein oder andere Spieler dürfte sich fragen, ob er nicht vielleicht doch lieber in Kassel geblieben wäre. Dabei möchte Blog36  keinesfalls plump in Richtung unserer Ex-Spieler nachtreten – im Gegenteil: all diese Jungs haben sich für unseren Verein in der Zeit wo sie da waren den Arsch aufgerissen – und das ziemlich erfolgreich: sie gewannen 2015 den Hessenpokal, führten uns alle in das Abenteuer DFB-Pokal und bescherten uns viele tolle Momente. Das alles verdient großen Respekt. Umso erstaunlicher ist es, wie sich die Dinge entwickeln können. Es zeigt, wie unberechenbar und dadurch schön und grausam zugleich der Fußball sein kann. We love it!

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3 Gedanken zu „Wärst du doch in Kassel geblieben, schöner Playboy… – Ein Blick auf unsere Abgänge 2016!“

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