Neu beim KSV: Fußball uff nochthessisch!

Unsere Freunde von Dynamo Windrad sind gut zu Blog36. Nicht nur, dass wir bei ihrem Hallenturnier, dem „Iron Cup“, als 36. Sieger der Herzen aus der Halle getragen wurden, ließ unsere rot-weißen Herzen höher schlagen. Bereits im letzten Jahr bot Dynamo uns einen kleinen, aber feinen Platz im vereinseigenen Dynamoheft an. Blog36 möchte sich an dieser Stelle nochmal herzlich für die entgegengebrachte Gastfreundschaft bedanken. Im Folgenden könnt Ihr den Blog36-Gastbeitrag aus dem Dynamoheft 4/2016 nachlesen.

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So spielt man Fußball bei Dynamo. Foto: Blog36

Gastbeitrag von Blog36 im Dynamoheft von Dynamo Windrad:

<< Als der KSV Hessen Kassel Ende der 90er Jahre nach der Insolvenz wieder in der Kreisliga begann, zeigte der Weg nur in eine Richtung: nach oben! Mühelos eilte der neugegründete KSV von Aufstieg zu Aufstieg. Auf den Sportplätzen der Region schallte über Jahre hinweg der KSV Schlager: „Eine neue Liga, ist wie ein neues Leben“. Bald schon schlich sich in den Köpfen von Fans und Verantwortlichen das Ziel ein: endlich wieder Profifußball in Kassel. Als im Mai 2006 „Fußballgott“ Thorsten Bauer gegen den FSV Frankfurt am Bornheimer Hang das entscheidende 1-0 erzielte und der KSV mit sensationellen 75 Punkten aus der Oberliga Hessen in die damals drittklassige Regionalliga aufstieg, sollte das nur ein weiterer kleiner Schritt zurück in die 2. Bundesliga sein… War es dummerweise aber nicht! Und so hängen die Löwen seit nunmehr zehn Jahren in der Regionalliga fest, die durch eine unsägliche Ligareform im Jahr 2008 auch nur noch viertklassig ist. Das frustet weite Teile der nordhessischen Löwen-Anhängerschaft da man der Auffassung war, dass man um sein Anrecht auf Profifußball betrogen wurde – wahlweise von einer unfähigen Vereinsführung, vom DFB oder von den Südhessen. Die Quittung vieler Löwenanhänger: Liebesentzug. Die Zuschauerzahlen sind seit Jahren rückläufig.

Klar ist: der KSV Hessen Kassel hat kein Anrecht auf Profifußball. Die Marke „Traditionsverein“ ist längst keine Eintrittskarte in den Profifußball mehr. Erst recht nicht, seitdem finanzstarke Dorfvereine wie Sandhausen, Heidenheim und Hoffenheim die große Fußballbühne stürmen oder die Werbeplattform RB Leipzig jeden Samstag sein Brause-Produkt in Dauerschleife zur besten Sendezeit in der Sportschau präsentieren darf. Die Kehrseite dieser Entwicklung: Mehr als die Hälfte der KSV-Kontrahenten der aktuellen Spielzeit kickte einst erste oder zweite Bundesliga. Klingt komisch, ist aber so. Doch angesichts dieser Entwicklung des „modernen Fußballs“ stellt sich die Frage, ob man da wirklich hin will – in diese beliebig gleichen Fußballarenen mit ihren fremdschäm Halbzeitshows und den gescripteten Interviews von verzogenen Jungmillionären. Sollte man nicht einfach mal das schätzen was man hat? Bratwurst, Bier und ein heimeliges Stadion vor der Haustüre?

Seit dieser Saison hat der KSV Hessen sogar noch mehr zu bieten als den ursprünglichen Charme der Viertklassigkeit. Er setzt verstärkt auf Regionalität. Was bleibt einem auch anderes übrig, wenn sich der Hauptsponsor schrittweise zurückzieht und man den Etat drastisch reduzieren muss? Teure Ex-Profis, die im Alter noch ein bisschen Bock haben zu kicken, gehören heute der Vergangenheit an. Stattdessen hat Chefcoach Tobias Cramer eine junge und hungrige Mannschaft am Start. Mehr als die Hälfte der Spieler im Kader sind waschechte Nordhessen. Als Halbprofis, gehen sie in der Region zur Schule, studieren an der Uni, machen ihre Ausbildung oder gehen hier arbeiten. Aus der Not heraus zelebriert der KSV ‚Fußball uff nochthessisch‘, der sogar richtig Spaß macht!

Zweifellos hat sich der Verein in den vergangenen Jahren häufig aufgeführt wie ein tollpatschiger Elefant im berühmten Porzellanladen und hat viel von dessen Inventar zerschlagen. Darunter vor allem die Gunst von vielen Fußballfans der Region. Die schreibende Zunft vor Ort hat dies allzu gern aufgegriffen und ausgeschlachtet. Die Folge: Negative Schlagzeilen en masse. Weil wir diesen Elefant aber trotzdem mögen und die Neuausrichtung außerdem die Hoffnung weckt, dass auch die tollpatschige Vereinsspitze etwas besser laufen lernt, haben wir im Sommer diesen Jahres „Blog36“ ins Leben gerufen. Das bescheidene Ziel: mal eine positive Geräuschkulisse um den KSV herum schaffen. Wir wollen damit den neuen Weg des Vereins unterstützen – als unabhängiger, loyaler aber nicht unkritischer Fußballblog.

Blog36 besteht aus Fans des KSV Hessen, die schon seit vielen Jahren zu den Löwen gehen und im Block 36 in der Nordkurve des Auestadions zu Hause sind (daher auch dieses überaus originelle Wortspiel). Wir lieben den Fußball und den KSV. Mit Blog36 wollen wir einen Beitrag zur Fußballkultur in Kassel leisten. In verschiedenen Hintergrundberichten und Recherchen widmen wir uns dem Geschehen rund um das Auestadion. Wir lassen Spieler und Persönlichkeiten die den KSV im Herzen tragen in Interviews zu Wort kommen. In der Rubrik „Viertklassig kochen“ begeben wir uns auf kulinarische Auswärtsfahrten oder tauchen in die „social-media“ Welt unserer nordhessischen Sternchen ein. Bei uns steht also im Zentrum was viele häufig vergessen: der ganze Krempel soll Spaß und Freude bereiten. Nicht immer alles so furchtbar ernst nehmen. Gelebte Rivalität ja, Diskriminierung nein – so lautet unsere Einstellung. Und bitte: es ist doch nur ein Spiel (zugegeben: ein verdammt wichtiges). Sicher fallen wir mit diesem Selbstverständnis das ein oder andere Mal im Stadion aus der Reihe. Wenn uns etwa ein Offenbecherbächer beschimpft, lächeln wir ihn an und wünschen ihm statt „Tod und Hass“ lieber „Schmand im Fass“ – das beschäftigt ihn für gewöhnlich lange… Spiel für Spiel „geil abliefern“, das wollen nicht nur Spieler und das Trainerteam. Das will auch Blog36. Wir freuen uns, wenn ihr unsere Seite www.blog36.de mal besucht, uns auf facebook „liked“ oder einfach mal im real life bei uns im Block 36 und im Auestadion vorbei schaut. >>

Wer mehr zum Selbstverständnis von Blog36 erfahren will, der klicke bitte hier.

Achja: #blogschreibtmanmitg

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