Viertklassig kochen #8: K’lautern – Cola-Weiße mit Saumagenburger als Stimmungsaufheller

Huiuiui… das wird ja ganz schön gruselig am Dienstagabend auf dem Betze. Die wenigen KSV Fans, die den Weg unter der Woche in die Pfalz finden, werden nämlich in jeder Hinsich auf gespenstisch schlechte Stimmung treffen. Seit einigen Spielzeiten ist der höchste Fußballberg Deutschlands wie verflucht – zumindest aus FCK Perspektive. Das Karma der einst so gefürchteten „Bastion Betze“ hat sich gegen die „Männer in rot“ verschworen. Bei Heimspielen ist das Stadion meist nur noch halb gefüllt. Nachdem diese Spielzeit die personelle Rundumerneuerung der Vereinsspitzen sportlich so überhaupt nicht Früchte trägt, befindet sich der mehrfache deutsche Meister gerade mitten im Abstiegskampf der zweiten Liga. Die sportliche Dauerkrise scheint langsam aber sicher auch im sonst so soliden Unterbau der Lautrer U23 anzukommen. Die Jungs vom Fröhnerhof sind zum ersten Mal seit der Einführung der viertklassigen Regionalliga im Tabellenkeller angekommen. Der FCK gibt gerade von Kopf bis Fuß ein grauenhaft schlechtes Bild ab.

Zu dem allgemeinen Stimmungstief am Betze wird noch die besondere Gespensterstimmung am Dienstag kommen. Den Weg ins Fritz-Walter-Stadion zur Zweiten finden für gewöhnlich nicht mal 300 Zuschauer. Die FCK Anhänger sind was ihre sogenannten „Amateure“ betrifft bekannt für ihre Rosinenpickerei: Wenn es nicht gerade gegen Waldhof oder Pirmasens geht, dann interessieren sie sich kaum für ihren Unterbau. Der Zuschauerandrang ist dann gewöhnlich ähnlich groß wie bei benachbarten Kreisligisten, nur dass die halt nicht in einem überdimensionierten WM Stadion kicken.

Für den KSV heißt das binnen weniger Tage: Wechselbad der Gefühle und Kontrastprogramm pur! Nach dem Gänsehaut-Derby gegen den OFC am Samstag, geht es binnen weniger Tage ab in die „Deprihölle Betzenberg“.  Die Löwen dürfen sich von der gespenstisch schlechten Stimmung der Pfälzer also auf keinen beeindruckt zeigen. Die Prämisse lautet: Brust raus und mit allem was noch laufen kann einen wichtigen Auswärtsdreier einfahren.

Ich empfehle diesmal deshalb nicht nur dem Löwenanhang sondern auch der Cramer-Elf ein ortstypisches Essen, das insbesondere den speziellen emotionalen Herausforderungen des Spiels gerecht wird. Ein Essen also, das die Katerstimmung vom Derbysieg vertreibt, das sich in der Lage zeigt das Löwenlazarett ausreichend zu stärken und das vor allem als Stimmungsaufheller in der depressiven pfälzer Umgebung dient: Cola-Weiße mit Saumagenburger. Warum das?

Erstens, ist Lautern prädestiniert für Cross-Over-Küche. Die „Kaiserslautern Military Community (KMC)“ stellt seit geraumer Zeit den größten US Stützpunkt außerhalb der USA. In„K-Town“ trägt der Einfluss der US Army seitdem auch kulinarische Blüten. Zum Beispiel trinken die Lautrer aus ihrem Dubbeglas nicht nur die gewöhnliche Schorle. Der Müller-Thurgau oder der Silvaner wird auch gerne mit einer frischen Coke verfeinert. Der Pfälzer Saumagen wird nicht nur mit Kartoffelstampf serviert, sondern gerne auch zwischen Burgerbrötchen.

Zweitens, hat das Essen alles was es braucht, um den emotionalen Anforderungen für den Dienstag Abend gewachsen zu sein. Die 13 Prozent des Silvaners erfüllen par excellence die Funktion des Konterweins. Ein halber Liter davon und der Kater vom Derby ist weg! Hab ich gerade selber ausprobiert. Außerdem macht Alkohol lustig. Das ist sehr wichtig bei der aktuellen Stimmung am Betze. Das Koffein und der Zucker tun ihr übriges. Burgerbrötchen bringen die notwendigen „Körner“ mit um 90 Minuten zu überstehen. Die Cramer Elf kommt schließlich über den Kampf. Der Saumagen, aus Schweinefleisch, Brät und Kartoffeln, ja gut… ähm… der macht im zweifel irgendwie stark und ist halt lecker. Punkt!

Warum diese seltsame Rubrik? Das erfährst du hier.

Rezept: Cola Weiße mit Saumagenburger
Zutaten:
8 Scheiben Pfälzer Saumagen à 70 g 
4 Tomaten 
4 Salatblätter 
1 Zwiebel 
4 EL Senf  
4 EL Mayonnaise  
1 cl Weinbrand  
1 Prise Paprika edelsüß  
4 Scheiben Gouda 
4 Burgerbrötchen
0,5L Riesling 
0,5L Coca Cola 
Senf, Mayonnaise, Weinbrand und Paprika miteinander verrühren. Salat waschen und trocken schleudern.
Saumagen im Ofen bei 200° C braten. Je eine Scheibe Saumagen mit der Mayonnaisemischung bestreichen, mit
Gouda,  Tomatenscheiben, Salatblatt und Zwiebelringe belegen. Zweite Scheibe Saumagen  drauf legen. Ab damit 
in die getoasteten Burgerbrötchen. Dazu in einer Karaffe Riesling undCola vermischen und ganz ganz zügig austrinken.
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2 Gedanken zu „Viertklassig kochen #8: K’lautern – Cola-Weiße mit Saumagenburger als Stimmungsaufheller“

    1. Ich will nicht zu viel verraten, aber es wird ein großes Winterpausenspezial geben. Trier und Koblenz sind dafür prädestiniert. Deshalb wurden sie noch nicht veröffentlicht ;)

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