Oh Mann, es geht schon wieder los… Der Dinosaurier der Regionalliga startet in seine 11. Saison in dieser Spielklasse

Manchmal steht in unserem heiß und innig geliebten nochthessischen Monopolblatt ja durchaus etwas Überlegenswertes; beispielsweise der Vorschlag, der KSV Hessen Kassel solle doch weg von dem Mantra: „die Liga so schnell wie möglich verlassen“, und stattdessen die Zugehörigkeit zur Regionalliga positiv annehmen. Immerhin tummelten sich ja in der Südwest-Staffel 6 ehemalige Bundesligisten und 5 ehemalige Zweitligisten.

Gut, dann wollen wir mal einen ganz subjektiven Blick auf die Regionalliga Südwest kurz vor dem Start der Saison 2016/2017 richten und sehen, was die Liga so zu bieten hat:

Beginnen wir mit dem prominenten Absteiger aus der 3. Liga, den Stuttgarter Kickers, die mit Tunjic und unserem „Eiermann“ Bektasi zumindest offensiv ordentlich aufgerüstet haben. Bleibt nur die Frage, ob die Gesäßmuskeln diese Saison weniger oft streiken und die Hände besser kontrolliert werden können?

Wie werden sich Elversberg und Mannheim nach dem traumatischen bzw. dramatischen Scheitern in der Relegation diese Saison präsentieren? Bei Elversberg scheint ja Geld traditionell keine Rolle zu spielen, wie man an den prominenten Neuverpflichtungen Kapllani und Ivana wieder sehen kann. Aber Geld allein reicht halt nicht immer aus…

Waldhof Mannheim musste seinen „Erfolgstrainer“ Kocak nach Sandhausen ziehen lassen. Außerdem hat Hanno Balitsch seine Fußballkarriere beendet und widmet sich jetzt wohl noch intensiver seiner Fernsehkarriere. (Eine Kostprobe seines schauspielerischen Könnens konnte man ja schon beim letztjährigen Spiel in Kassel bewundern.) Ansonsten hat man aber beim Waldhof die Mannschaft zusammengehalten und wird sicher noch einmal einen Angriff auf die ersten beiden Plätze starten.

Kann Eintracht Trier, die Überraschungsmannschaft der letzten Saison an diese starke Vorstellung anknüpfen und die Leistung bestätigen? Schön jedenfalls, dass unser langjähriger Wegbegleiter Simon Maurer nun für Trier die Fußballschuhe schnürt und damit der Regionalliga Südwest erhalten bleibt.

Und was ist vom 1. FC Saarbrücken zu erwarten, nach der katastrophalen, absolut enttäuschenden Vorsaison? Was den Trainer betrifft, setzt man nach dem Abgang von Falko Götz wieder auf das Modell Ex-Profi: Jetzt soll der Ex-Geißbock Dirk Lottner „die Karre aus dem Dreck ziehen“.

Gespannt sein darf man auf den Auftritt des dritten saarländischen Clubs, FC Homburg, dessen Mannschaft sich in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt hat, und die mit Fromlowitz immerhin einen Ex-Bundesliga-Torhüter und mit Chadli und Edwini-Bonsu zwei Nationalspieler (je 10 Spiele für Algerien bzw. Kanada) in ihren Reihen hat.

Die rheinland-pfälzischen Vertreter Koblenz, Pirmasens und Worms kommen wohl für eine Platzierung ganz vorne eher nicht in Frage, haben aber trotzdem auch eine Menge zu bieten: Pirmasens mit Benjamin Auer einen früheren U-21-Nationalspieler; die TuS Koblenz eine Kooperation im Nachwuchsbereich mit dem Bundesligisten 1. FC Köln (nebenbei erwähnt: darüber sollte man beim KSV angesichts der wenig fruchtbaren Zusammenarbeit mit Wolfsburg auch noch mal neu nachdenken!); Wormatia Worms mit einem Kader ohne Torhüter (zumindest bis wenige Tage vor Saisonstart) und unserem einstigen Liebling, Ricky Pinheiro, der wohl tatsächlich mal länger als nur für eine Saison bei einem Verein bleibt.

Aus Baden-Württemberg kommt mit dem SSV Ulm diesmal immerhin ein attraktiver Aufsteiger. Nur schade, dass es mit der Rückkehr von Bobo Mayer nach Ulm nicht geklappt hat; wäre schön gewesen, ihn noch mal als Spieler im Auestadion zu sehen.

Zu den weiteren baden-württembergischen Vereinen, Astoria Walldorf und FC Nöttingen, möge jeder sich seine eigenen Gedanken machen… Und was die vermeintlich unattraktiven Zweitvertretungen von 1.- und 2.-Liga-Clubs betrifft, ist man mit dem VfB Stuttgart II, Lautern II und Hoffenheim II zumindest von der Anzahl her im Vergleich mit den meisten anderen Regionalligen ganz gut bedient.

Werfen wir nun Blick auf unsere hessischen Rivalen: Zunächst der Aufsteiger Teutonia Watzenborn-Steinberg; sicher nicht zu unterschätzen, auch wenn bei Ex-Löwe Dennis Lemke der Knoten wieder nicht platzen sollte!

Dann der TSV Steinbach, gesegnet mit reichlich Kohle,wie es scheint, und unserem letztjährigen Trainer. Ob dieser sich allerdings als Segen für Steinbach erweisen wird, muss sich erst noch zeigen; ein interessantes Derby wird das aber auf jeden Fall.

Bleibt noch der OFC, dem man angesichts seines Finanzgebarens wünschen würde, endlich vom Erdboden zu verschwinden. Andererseits würde ohne die Spiele gegen die Kickers Offenbach etwas fehlen. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht zur Wettbewerbsverzerrung kommt, weil die Offenbäscher vorzeitig den Spielbetrieb einstellen müssen.

Und was kann man vom Dino der Liga, was können wir von unseren Löwen erwarten? Unabhängig von der prekären finanziellen Situation, gibt es Grund für vorsichtigen Optimismus. Das, was die neuformierte, verjüngte Mannschaft in der Vorbereitung bisher gezeigt hat, war durchaus ansprechend. Und so sollte es möglich sein, möglichst frühzeitig einen sicheren Mittelfeldplatz zu erreichen.

Hoffentlich führt die Verjüngung der Mannschaft zu etwas mehr jugendlicher Frische, etwas mehr Spielfreude und Risikobereitschaft; und zu etwas weniger Mink’schem „Sicherheitsfußball“: dieses über weite Strecken inspirationslose, ewige Ball-Hin- und Hergeschiebe, um dann zurück zum Torwart zu spielen. Dies würde wohl auch von einem Großteil der Fans honoriert werden, die einer jungen Mannschaft dann auch den einen oder anderen Fehler zu verzeihen bereit sind.

In diesem Sinne: Vorwärts Löwen! Mögen die Spiele beginnen!

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