1-1 – Junglöwen verschenken zwei Punkte zum Auftakt

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Thorsten Hirdes is looking at things; Foto: Block36blog

Am ersten Spieltag der neuen Saison in der Verbandsliga Nord traf unsere U23 auf den Melsunger FV. Nach einer turbulenten Vorbereitungsphase durften die Anhänger der Junglöwen erstmal froh sein, dass Trainer Thorsten Hirdes überhaupt eine Mannschaft aufs Feld schicken konnte. Rückzugsgerüchte hielten sich standhaft über die Sommerpause. Die Mannschaft präsentierte sich wiederum runderneuert: Ehemalige U-19 Spieler, wie der stark aufspielende Jan-Erik Leinhos, sind neu im Team. Vergeblich suchte man hingegen René Ochs, dessen Zukunft in der U23 ungewiss ist. Dafür saß mit Buschi ein anderer Altbekannter auf der Ersatzbank. Herzlich Willkommen zurück!

Bei so viel Veränderungen ist es doch schön, dass wenigstens auf eines Verlass ist beim Besuch im Löwenkäfig: die schlechte Musik, die in einem jedes Mal einen derartigen Brechreiz auslöst, wie es sonst nur Rosenkohl oder Schwarzwurzeln zu schaffen vermögen. Es sind Momente des tiefen Fremdschämens. Egal. Man ist hier ja nicht zum Vergnügen.

Doch dann: Endlich Anpfiff, die Saison ist eröffnet. Pünktlich setzte strömender Regen ein. Ungeachtet dessen legte der KSV los wie die Feuerwehr und kam zu einer Reihe von Chancen. Aus dem Regionalligakader verstärkten Schmeer, Korrell und der ebenfalls soeben der U19 entwachsene Steven Rakk in der Innenverteidigung die Zwote. Basti Schmeer, der gerade von einer Mandelentzündung genesen ist und Fabian Korrell spielten sich, angetrieben von ihrem lautstarken Trainer, in der ersten Halbzeit mehr als ein halbes Dutzend hochkarätiger Chancen heraus, nachdem sie immer wieder von dem bereits erwähnten Leinhos und Bredow in Szene gesetzt werden konnten. Einzig und allein der Abschluss der beiden glich einer einzigen Katastrophe. In einer Szene jagte Schmeer den Ball vier Meter vor dem Tor drei Meter über selbiges. Korrell testete mehrfach aus Nahdistanz die Reißfestigkeit des Tornetzes von außen. Doch dann, als man gedanklich schon halb beim Käsekuchen war (den es massenhaft braucht, um die Halbzeitmusik zu ertragen), setzte Basti Schmeer einen Schuss von der Strafraumgrenze kompromisslos in die Maschen – 1-0: Endlich. So ging es in die Halbzeit. Der Vorjahresdritte hätte hier deutlich höher führen müssen. Tat er aber nicht. Es sollte sich rächen.

Nach dem Seitenwechsel knüpften die Junglöwen zunächst nahtlos an die Leistung der ersten Hälfte an, erspielten Chance um Chance. Nach einer Stunde wäre ein zweistelliges Resultat angemessen gewesen. Und so kam, was kommen muss: Ein Sonntagsschuss eines Melsungers senkte sich hinter Winterhagen unhaltbar ins Netz. Ausgleich. Fortan waren die Löwen geschockt, die Handball-Städter kamen zu zaghaften Chancen. Doch eine Viertelstunde vor Schluss drehten die Löwen wieder auf, ein Tor wollte ihnen jedoch nicht mehr gelingen, auch weil ein Melsunger Spieler einen Konter der Löwen in der Nachspielzeit gewaltsam stoppte und dafür völlig zu Recht mit Gelb-Rot vom Platz flog.

Fazit: Klar, es wurden heute Punkte liegen gelassen. Angesichts der Tatsache, dass Trainer Hirdes die Truppe heute zum ersten Mal überhaupt in dieser Formation zusammen hatte, war die Leistung allerdings mehr als ordentlich. Ein dickes Ausrufezeichen setzten zudem Jan-Erik Leinhos und Steven Rakk hinter ihre Leistung. Sollten die Jungs so weitermachen, könnten sie in naher Zukunft auch der Regionalligamannschaft weiterhelfen. Cralle wird sie im Blick behalten.

Im Dress der Junglöwen wirkte im Übrigen ein ominöser Spanier namens „Sergio“ im defensiven Mittelfeld mit, dessen vollständiger Nachname dem Autor zwar nicht bekannt gemacht wurde, der aber konstant durch Fehlpässe und verlorene Zweikämpfe auffiel. Zudem erdreistete er sich auch noch mit der Rückennummer 10 auf den Platz zu laufen. War es wirklich Dreistigkeit? Oder doch das lang erhoffte Zeichen der Kontaktaufnahme des KSV an den potentiellen Hauptsponsor, der im Bereich Softwareentwicklung tätig ist, hier namentlich nicht mehr genannt wird (aber vier Beiträge weiter unten), aber die Binärsprache beherrscht? Diese Fragen bleiben unbeantwortet. Eine klare Antwort gab es jedoch auf die Frage, ob man sich die Zwote antun sollte: Ein deutliches „Ja“, diese Truppe lässt für die Zukunft der Löwenfamilie einiges hoffen!

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4 Gedanken zu „1-1 – Junglöwen verschenken zwei Punkte zum Auftakt“

  1. Rosenkohl und Storzenieren (so sagt der Nordhesse nämlich richtig zu Schwarzwurzeln!) sind überaus feine Gemüsesorten. Man muss sie natürlich auch zubereiten können…zum Beispiel in Eurer Rubrik Köcheln auf Viertliganiveau böte sich das an.
    Die Pausenmucke ist ebenso hervorragend. Mit reichlich Bier anstatt Käsekuchen lässt sie sich um so besser genießen. Es soll sogar Leute geben, die sich vor den PA Boxen platzieren, um auch ja nichts zu verpassen!
    Genau so muss Amateurfussball nämlich sein.

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    1. Da sind die Geschmäcker zum Glück verschieden! Ist jetzt auch nicht unbedingt meine Musik da, aber immerhin merkt man dann wenigstens daran, ob man bei 1. oder 2. Manschaft ist.

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    2. Danke Uli, ich habe mir Rosenkohl und Storzenieren notiert. Kommt sicher mal in der Rubrik unter. Dem Urheber des Spielberichts empfehle ich etwas Kümmel oder mal einen Anis-Fenchel Tee nach dem Gemüsegenuss. Irgendwann gewöhnt sich der Körper übrigens an alles. Auch an Musik!

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  2. Ich habe heute das gleiche Spiel gesehen und fand das der Spanier Sergio in der ersten Spielhälfte eine ganz ansprechende Leistung abgeliefert hat. Erst in der zweiten Halbzeit hat er deutlich in seinem Auftreten nachgelassen. Da wir aber alle nicht über seinen derzeitigen Trainingsstand informiert sind sollten wir ihm womöglich doch noch das eine oder andere Spiel zur Integratiom lassen bevor wir ihn zerreissen, oder!
    Ansonsten finde ich diese Geschichte, die ihr hier mit BLOG 36 ins Leben gerufen habt klasse.

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