Jetzt mal Butter bei die Fische, Dirk

Spätestens seit der letzten Jahreshauptversammlung Ende Juni ist eine Personalie wieder verstärkt in den Mittelpunkt der Diskussionen gerückt: KSV-Finanzvorstand Dirk Lassen. So viel vorab: Mit ihm ging es die letzten Jahre wohl mehr schlecht als recht, ohne ihn geht es – zumindest in naher Zukunft – aber scheinbar auch nicht. Es wird endlich Zeit, dass der Kasseler Ölprinz Klartext spricht.

Fakt ist: Statt Schulden abzubauen, wie zahlreiche Wasserstandsmeldungen hoffen ließen, sind die Verbindlichkeiten in den letzten drei Jahren angewachsen. Wo die roten Zahlen ihren Ursprung haben, lässt sich – als Außenstehender sowieso nicht – kaum nachvollziehen. Den Mitgliedern wurden bei der Jahreshauptversammlung zwar erstmals seit langem konkrete Zahlen präsentiert, die Nachvollziehbarkeit dieser blieb allerdings auf der Strecke.

Allen voran kam Lassen ein ums andere Mal ins Schlingern als er versuchte das Defizit zu erklären. Mal waren fehlende Zuschauereinnahmen, mal geplatzte Sponsorengelder der Grund für die Schieflage. Nicht nur wir fragten uns, wie es dazu kommen konnte. Wurden seitens weniger Sponsoren Verträge gebrochen? Oder wurden voreilig, ohne schriftliche Zusage der Geber, Gelder verplant, gar ausgegeben?

 

Ein ums andere Mal wurde die Diskussion mit den Mitgliedern erstickt. „Solange wir [die Verantwortlichen in Aufsichtsrat und Vorstand] zusammenbleiben, gibt es keine Probleme“, so die sinngemäße Aussage. Dies hatte zufolge, dass die beantragte Einzelentlastung des Vorstandes keine Mehrheit fand (Zur Erinnerung: Anfang Juni fanden neue Gesichter Platz im Vorstand, die nicht für die misslungene Finanzplanung der vergangen Jahre verantwortlich gemacht werden sollten).

 

Ein längst offenes Geheimnis im KSV-Kosmos ist, dass die Vorstandmitglieder Dirk Lassen
und Wolfgang Linnenbrink bereits beträchtliche Summen in den Verein gesteckt haben. Ob als Spende oder Darlehen, ob kurzfristiger Natur oder langfristig angelegt, ist unklar. Manche Beobachter behaupten gar, Lassen und Linnenbrink wären die größten Gläubiger des KSV. Belege? Fehlanzeige – aber es würde zu der oben genannten „Zusammenhalten-Aussage“ passen. Nach dem Motto: Sind (bleiben) wir im Amt, bleibt das Geld. Was aber wenn eben diese beiden die größten Bremsblöcke bei der zukünftigen Neuausrichtung des Vereins sind? Lassen wird wohl kaum den Vorstand verlassen ohne zumindest einen Teil seiner Darlehen zurückzufordern. Darlehen, von denen weder Laufzeit noch Umfang bekannt ist.

Wer sich also ernsthafte Gedanken zur Zukunft des KSV Hessen Kassel macht, muss sich fragen, wie mit Lassen umgegangen werden soll. Er steht wie kein anderer für die finanzielle Schieflage in der sich der Verein seit längerem befindet. Ein Ausscheiden Lassens aus dem Vorstand wäre, zumindest mittelfristig, wünschenswert. Die neuen Gesichter im Vorstand brachten bereits einiges an frischem Wind.

Was würde ein Lassen-Abgang aber für die Bilanzen des KSV bedeuten? Die Befürchtung steht im Raum, dass ohne Lassens finanzielle Unterstützung das wackelige Konstrukt zusammenbrechen könnte. Schon allein deshalb ist es unbedingt notwendig sofort die Gläubiger-Struktur des Vereins zu klären. Das Fiasko um die nicht zurückgezahlten Fananleihen zeigt den eklatanten Nachholbedarf (in Lassens Aufgabenbereich) auf.

Diese Erkenntnis führt zur nächsten Frage: Welche Argumente sprechen eigentlich dafür, Lassen im Vorstand zu belassen? Die finanzielle Situation als Resultat seines Wirkens und die teils weltfremden Äußerungen Lassens („Peanuts“ fiel auf der Jahreshauptversammlung) sprechen nicht dafür.

 

Es wird Zeit, dass Dirk Lassen endlich Klartext spricht. Klartext dazu, ob er und Linnenbrink ihr Geld irgendwann zurück haben wollen – und wenn ja, wie viel? Klartext dazu, welcher Teil der Verbindlichkeiten nichts mit den beiden zu tun hat und trotz aller Löwenliebe zurückgezahlt werden muss. Klartext dazu, wie mit dem finanziellen Harakiri der letzten Jahre gebrochen werden soll. Wenn Lassen sich bereits für einen Verzicht entschieden hat: Dann bitte raus damit. Das wäre ein Signal und würde auch die (Haupt-)Sponsorensuche erleichtern.

Die Neuverpflichtungen von Lucas Albrecht, Yassine Khadaouri und Nedim Pepic sind grundsätzlich zu begrüßen. Albrecht scheint ein bisher nicht vorhandenes Element in die Offensive einzubringen, Khadaouri genoss eine erstklassige Ausbildung in Leverkusen und Hasan Pepics jüngerer Bruder Nedim wusste bereits 2015 bei einem Probetraining die KSV-Verantwortlichen zu beeindrucken.

Bleibt das Thema Schuldenabbau. Im Jahr 2016 schwer vorstellbar.

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